KI-Cheatsheets für Ihr Team

Praxisnahe Referenzkarten zu den wichtigsten Themen rund um KI, Datenschutz und Prompt Engineering. Kostenlos, DSGVO-konform, direkt anwendbar. Copy-Paste-ready.

1. DSGVO-Checkliste für KI-Projekte

Die DSGVO gilt unverändert für jedes KI-System, das personenbezogene Daten verarbeitet. Ergänzend greift seit dem 2. August 2025 der EU AI Act (erste Pflichten), mit Hochrisiko-Anforderungen ab 2. August 2026. Diese 10 Schritte machen Ihr Projekt compliance-ready.

  • Zweckbindung & Rechtsgrundlage klären – Art. 6 DSGVO: Welche Daten, für welchen Zweck, auf welcher Erlaubnis (Einwilligung / berechtigtes Interesse / Vertrag)?
  • DSGVO-Risikokategorie bestimmen – Unzulässig / Minimal / Hoch / Transparent. Hochrisiko (z.B. Recruiting, Scoring) löst zusätzliche Pflichten aus.
  • Datenschutz-Folgenabschätzung (DPIA) – Zwingend bei systematischer Bewertung natürlicher Personen (Art. 35 DSGVO).
  • Privacy by Design & Default – Datenminimierung, Pseudonymisierung, frühestmögliches Löschen (Art. 25 DSGVO).
  • Technische & organisatorische Maßnahmen (TOM) – Verschlüsselung, Zugriffskontrolle, Logging dokumentieren.
  • Kein Training mit Produktionsdaten – Keine Kundendaten für Modelltraining ohne explizite Grundlage; lieber synthetische oder anonymisierte Daten.
  • Anbieter & Drittlandtransfer prüfen – US-Cloud nur mit EU-Standardvertragsklauseln / SCC + Transfer-Impact-Assessment. Besser: EU-Hosting / On-Premise.
  • Transparenz & Betroffenenrechte – Art. 13–22: Informationspflicht bei automatisierten Entscheidungen, Widerspruchsrecht, Auskunft.
  • Verzeichnis & Dokumentation – VVT (Art. 30), Modell-Kartei, Decision-Logs für nachvollziehbare Entscheidungen.
  • Monitoring & Governance – Model-Drift-Check, regelmäßige Audits, benannter Datenschutzbeauftragter bei Risiko-Projekten.

⚠️ Rechtshinweis: Diese Liste ersetzt keine Rechtsberatung. Für Einzelfälle sollte ein Datenschutzbeauftragter oder Anwalt konsultiert werden.

2. Prompt Engineering Basics

Gute Prompts folgen einer Struktur. Die vier Kern-Elemente eines Prompts: Instruction (Was soll die KI tun?), Context (Hintergrund/Wissensbasis), Input Data (die eigentliche Aufgabe) und Output Indicator (gewünschtes Format).

Zero-Shot

Direkte Aufgabe ohne Beispiele. Für einfache, bekannte Aufgaben.

Fasse den folgenden Text in 3 Bulletpoints zusammen:
[TEXT]

Few-Shot

Beispiele voranstellen, damit die KI das Muster lernt.

Beispiel 1:
Eingabe: "sehr gut" → Sentiment: positiv
Beispiel 2:
Eingabe: "katastrophal" → Sentiment: negativ
Eingabe: "[NEU]" → Sentiment:

Chain-of-Thought

Schritt-für-Schritt-Denken erzwingen für komplexe Logik.

Beantworte die Aufgabe Schritt für Schritt.
Denke laut, bevor du das Endergebnis nennst.
Aufgabe: [AUFGABE]

RAG (Retrieval)

Nur auf Basis gelieferter Dokumente antworten.

Kontext:
[DOCS]
Frage: [F]
Antworte NUR auf Basis des Kontexts.
Wenn nicht enthalten: "Unbekannt".

5 Grundregeln für bessere Prompts

  • Rolle zuweisen: „Du bist ein erfahrener Steuerberater…“
  • Format vorgeben: JSON, Tabelle, Bulletpoints, Zeichenlimit.
  • Constraints setzen: „Antworte auf Deutsch, max. 150 Wörter, kein Marketing-Sprech.“
  • Beispiele geben: Few-Shot verdoppelt oft die Trefferquote.
  • Iterieren: Prompts sind Code – versionieren und testen.

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